Samstag, 5. Juni 2010

Die große Überfahrt!

Moin moin,

nach witterungsbedingten (nur) 23 erfolgreichen Vorführungen in Kalifornien haben Brent Raines und ich heute den JCB mit BiG Pack und den Pickup mit Trailer über die Sierra Nevada Richtung Nevada, genauer gesagt, nach Wellington im Smith Valley gefahren. Dort werden wir ab Montag unsere Presse vorführen. Für die knapp 200 Meilen durchs Gebirge haben wir mehr als sieben Stunden benötigt.

Los ging es heute Morgen gegen 8:30 Uhr auf dem Hof unseres letzten Interessenten am Highway 132 westlich von Modesto. Nach einer kurzen Fahrt durch die Felder sind wir dann bei Salida auf den Highway 99 Richtung Norden gefahren. Ab Stockton ging es dann auf dem Highway 88 den Bergen entgegen.


Auf der leicht hügeligen Landstraße sind wir mit 44 mph Höchstgeschwindigkeit noch sehr gut voran gekommen. Das änderte sich dann aber schlagartig, als die ersten Berge in Reichweite kamen. An den ersten Steigungen hat sich der JCB mit seinen 280 PS und seinem stufenlosen Fendt-Vario Getriebe dann doch etwas schwer getan, und die Geschwindigkeit ist immer wieder auf teilweise unter 20 mph eingebrochen.

Somit hatte ich wenigstens genügend Zeit, mir die schöne und mal wieder sehr abwechslungsreiche Landschaft anzugucken.

Die Höhenunterschiede sind aber auch schon recht heftig - der Highway 88 startet in Stockton, CA ungefähr auf Seehöhe, und steigt auf dem Weg nach Carson City, NV auf über 8000 ft (2400 Meter Seehöhe) an, bevor er dann wieder auf ca. 4000 ft (1500 Meter Seehöhe) abfällt.

Ab ca. 6000 ft zeigten sich dann die ersten Schneereste rechts und links der Fahrbahn, und wir haben an einem besonders schönen Aussichtspunkt erst einmal einen kurzen Zwischenstopp eingelegt. Gut, anhalten musste ich eigentlich pausenlos, um den nachfolgenden Verkehr vorbei zu lassen, aber an dieser Stelle war dann Zeit für ein paar Fotos. Der Ausblick war schon sehr sehr schön.

Nachdem wir mühsam den Pass erklommen hatten, kam der nicht weniger interessante Abstieg.
Das Drehmoment des Cummins, das beim Aufstieg etwas knapp war, fehlte ebenfalls beim Abstieg, und bedingt durch das Vario Getriebe mit seinem Drive-Modus war ein kontrolliertes Herunterschalten nicht möglich. Also kleiner Gang und Motorbremswirkung nutzen - Fehlanzeige!

Auf der Strecke mit durchschnittlich 7% Gefälle vorbei an zugefrorenen Seen blieben mir also nur die kurzen, aber heftigen Bremsstöße übrig, um die Bremsanlage möglichst kühl zu halten, und die Drehzahl des Motors immer wieder einzufangen. Glücklicherweise liegt Carson City auf ca. 4000 ft Seehöhe, so dass der Abstieg "nur" 3000 ft (900 Höhenmeter) waren. Die großen Scheibenbremsen des JCB und die Bremsen an der Presse haben auf diesem Stück aber Höchstleistungen vollbracht, da die 900 Höhenmeter fast ausschließlich an einem zusammenhängenden Stück ohne Pause mit 6-7% Gefälle zu absolvieren sind.

Letztendlich sind wir aber gut und sicher in Wellington angekommen! Diese Bilder von der Überführung wollte ich euch, auch wenn es nicht direkt etwas mit Pressen zu tun hat, nicht vorenthalten. Eine BiG Pack auf 2400 Meter Seehöhe inmitten von Schneeresten (im Juni) ist ja immerhin auch nichts Alltägliches. Wie es ab Montag im Smith Valley weiter geht, erzähle ich euch dann in meinem nächsten Post!

Bis dahin wünsche ich alles Gute!

Gruß Niklas

Donnerstag, 3. Juni 2010

Letzte Woche im Central Valley Kalifornien

Moin moin,

heute nur ein kurzes und knappes Update von mir. Seitdem das Wetter wieder besser ist, geht es hier jeden Tag rund, und die Tage sind echt lang. Teilweise haben wir zwei Vorführungen am Tag. Auch wenn 80 Ballen pro Vorführung auf den ersten Blick wenig erscheinen - 3 Stunden pro Demo kann man schon rechnen, da die Kunden ja alle selber mit der Presse arbeiten sollen, viele Fragen zur Technik haben und sich erst einmal an die Maschine gewöhnen müssen. Wenn man dann noch zwischendurch ein bis eineinhalb Stunden Umsetzen muss, dann bleibt da nicht viel Zeit übrig. Auch eineinhalb Stunden morgens und abends sind nicht selten.

Aber die Hauptsache ist ja, dass Alles nach wie vor sehr erfolgreich verläuft, und dass wir es immer wieder schaffen, die teilweise auf US-amerikanische Produkte eingeschworene Kundschaft zu verblüffen.

So hatte ich vorgestern eine Demonstration, bei der ich mit zwei weiteren Pressen, Case LBX 431 und Hesston 4790, im Feld war. Die Schwade waren ideal, und somit konnte ich gut Gas geben. Der Kunde hatte die Presse zuvor auf einem kleineren Feld selber gefahren und wollte dann noch mal die Unterschiede zu seinen vorhandenen Pressen live sehen. Und die habe ich ihm gezeigt. Zuerst bin ich mal mit ca. 2 km/h mehr Geschwindigkeit gestartet, und wir haben die ersten Ballen von seiner und von meiner Presse gewogen. Das Ergebnis: 1840 lbs gegenüber 1250 lbs! knappe 600 lbs ( ca. 275 kg) mehr!

1 : 0 für Krone!
(Damit wir uns schon mal langsam wieder an die Sprache der WM gewöhnen!)

Danach habe ich dann mal etwas mehr Speed gemacht, und habe von 7-8 mp/h auf fast 13 mp/h beschleunigt. Somit war ich genau doppelt so schnell wie er mit seinen beiden Pressen - sehr lustig, vor allem beim direkten Überholen im Nachbarschwad. Gut, der Ballen hatte dann natürlich weniger Futterpakete als vorher (von 40 runter auf 30), aber wie das anschließende Wiegen ergeben hat, waren meine Ballen mit 1540 und 1565 lbs immer noch deutlich schwerer als seine Ballen mit 1323 und 1235 lbs. Auch bei dieser sehr schnellen Fahrt hat die kurvenbahnlose PickUp EasyFlow wunderbare Arbeit verrichtet; es ist nicht ein Halm auf dem Feld liegen geblieben.

2 : 0 für Krone!

Der Kunde war nach der Vorführung absolut begeistert. Nicht nur über die Performance im Feld, auch wegen der vielen kleinen Features wie Zentralschmierung an fast allen Schmierstellen (eigentlich alles Wesentliche außer der Gelenkwellen und Antriebswellen), Druckluft Knoterreinigung, kurvenbahnlose Pick Up, solide Bauweise mit großdimensionierten Lagern und einem riesigen Schwungrad (und gerade das sorgt immer wieder für ein lautes "Wow") sowie dem sehr einfach und zuverlässig arbeitenden VFS-System und der serienmäßigen Tandemachse mit Bremse und Nachlauflenkung.
Auch die Ballenform und das Gewicht wurden natürlich wieder lobend erwähnt.

Auch die anderen Vorführungen liefen hervorragend - nur diese war einfach die Demo, die mir am meisten Spass gemacht hat. Leider haben wir es wieder total versäumt, Fotos zu machen - deswegen heute mal nur ein Text Update.

Ab nächster Woche bin ich dann in Nevada - bis dahin alles Gute!

Gruß Niklas

Freitag, 28. Mai 2010

Globale Erderwärmung - nur wo ist sie?

Moin moin,

nachdem mich diese Woche mal wieder das Wetter ganz gewaltig ausgebremst hat, frage ich mich nun auch langsam, was dieses Jahr eigentlich los ist. Wir schreiben Ende Mai, und hier in Kalifornien, wo es normalerweise zu dieser Jahreszeit 80-90° F (26-32° C) warm ist, haben wir im Moment gerade mal 70° F (20°C).
Der Plan, am 1. Juni nach Nevada ins Smith Valley zu fahren, ist auch um eine Woche nach hinten verschoben worden, da dort letztes Wochenende noch ca. 4 cm Schnee gefallen sind - wie übrigens auch in Reno in den letzten Wochen leider sehr regelmäßig - und somit bei diesen kühlen Temperaturen mit Nachtfrost einfach nichts wächst.

Diese Woche verlief auch wettertechnisch wieder sehr untypisch für Kalifornien:
Dienstag hatten wir zwei sehr gute Demonstrationen - beide Kunden sind auf der Suche nach neuen Maschinen und waren von der Performance der BiG Pack 1290 HDP sehr angetan. Bei der zweiten Demo haben wir dann die letzten Ballen mal wieder im Regen gepresst. Wir haben zwar das Feld noch gerade fertig bekommen, aber im Anschluss war bei heftigem Regen nur noch ein geselliges Pizzaessen beim Kunden möglich. Auch der Mittwoch war dann verregnet, und wir haben die Zeit genutzt, um einige Modifikationen an der Presse vorzunehmen. Auch der Regen Mittwochnacht hat uns nicht wirklich weiter nach vorne gebracht, und somit war Donnerstag auch kein Pressen möglich. Die für heute angesetzte Demonstration ist dann aufgrund der Feuchtigkeit auf Morgen verschoben worden.

Dieser Fluss hat die letzten drei Jahre kein Wasser geführt - Im Moment sieht es etwas anders aus. Man könnte dort den einen oder anderen Wassersport problemlos betreiben.

Und somit bleibt derzeit eigentlich nichts anderes übrig, als zu warten.
Einsatzbereit sind wir hier alle...

.... und vielleicht erreicht uns die globale Erderwärmung doch noch rechtzeitig. Hier sieht es derzeit eher nach einer neuen Eiszeit aus. Zumindest sind die Berge rundherum mal wieder mächtig weiß.

Grüße aus dem verregneten und kühlen Kalifornien

Niklas

Sonntag, 23. Mai 2010

Kings County Kalifornien - eine ereignisreiche Woche!

Moin moin,

heute melde ich mich nach einer ereignisreichen Woche wieder aus dem Kings County. Da ja leider die Demonstration letzten Montag aufgrund des am Morgen einsetzenden Regens ausfallen musste, haben wir, Steve Silver und ich, Montag und Dienstag einige Kunden besucht. Dabei habe ich von super gut gewarteten Maschinen und zufriedenen Kunden bis zu fast gar nicht gewarteten Maschinen und folglich unzufriedenen Kunden die gesamte Bandbreite gesehen. Erwartungsgemäß waren die zufriedenen Kunden aber in der Überzahl. Hier mal zwei Bilder meines persönlichen Highlights an schlechter Wartung:


Ich persönlich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum jemand so nachlässig mit seinem Equipment umgeht. Allen Ernstes wurde mit der PickUp in diesem Zustand gepresst, und was man sich beim Ummodellieren der Luftleitungen der Knoterreinigung gedacht hat - keine Ahnung. Logischerweise erzählen diese Kunden dann aber, dass die Krone Presse keine zufriedenstellende Leistung bringt. Dabei sind diese Probleme zweifelsfrei hausgemacht. Denn ohne ein Minimum an Wartung geht es einfach nicht - weder bei uns, noch beim Wettbewerb. Und vergleicht man unser Produkt mit dem Wettbewerb, so wird man feststellen, dass der Wartungsaufwand der BiG Pack sehr gering ausfällt. Eine Zentralschmieranlage versorgt fast alle wichtigen Stellen stets mit Fett. Kolbenlager, VFS-Lager und Knoter sowie viele andere Schmierstellen werden so permanent gefettet. Einzig die Antriebswellen und wenige Punkte an der Lenkachse müssen hin und wieder manuell mit Fett versorgt werden. Auch das Antriebskonzept der BiG Pack - weitestgehend ohne Ketten und Scherbolzen - mit seinen Wellen und Getrieben sowie Rutsch- und Nockenkupplungen an allen wichtigen Stellen ist für einen zuverlässigen und langlebigen Lauf konstruiert. Ich vermute mal, dass das auch der einzige Grund ist, warum eine derart ´schlecht gewartete Presse überhaupt noch Ballen produzieren kann.
Das Hauptproblem des Kunden war die Ballenform. Bei beiden BiG Pack 1290 XC würden die Ballen permanent entweder nach rechts oder nach links gebogen die Ballenkammer verlassen, und dann würden häufig die Fäden platzen.
Dazu kann ich folgendes sagen: Wenn man die Schwade kurz vor dem Pressen noch einmal einseitig überwirft, um die Unterseite nach oben zu holen, dann werden die Schwade nicht mehr gleichmäßig. Auch ich hatte in diesem Feld Probleme, die Kammer ordentlich zu füllen - teilweise waren zwei Schwade so weit zusammen geschwadet, dass man weder beide noch eins sauber aufnehmen konnte. Trotzdem produzierte die HDP akkurate Ballen - ohne irgendeine Biegung. Das Problem der reißenden Fäden klärte sich dann bei einem Blick in die Garnkästen. Nur das billigste Garn mit 300 kgf Knotenfestigkeit war dort zu finden. Und das, weil etwas besseres Garn mit 480 kgf Knotenfestigkeit ganze 4 Dollar pro Rolle teuer ist.
Nun ja, wenn der Kunde für 4 Dollar das Risiko eingehen möchte, und immer wieder Ballen erneut pressen möchte, dann soll er das tun.
Aber ich schweife vom Thema ab. Hier möchte ich ja eigentlich von unseren Demonstrationen berichten, und mich nicht über die Nachlässigkeit anderer auslassen. Auch, wenn mich sowas ziemlich ärgert... Also, unsere Presse hat auch unter diesen widrigen Bedingungen wieder sehr gut funktioniert, und die Ballen sahen perfekt aus - Im Gegensatz zu dem sonstigen Umfeld, das eher einem Schlachtfeld glich.

Nachmittags kam dann auch unser JCB Händler aus Washington vorbei, der unseren Vorführschlepper betreut, weil er die Maschine mal im Feld sehen wollte. Außerdem hatte ich ja in der Vergangenheit ab und an mal einige komische Geräusche bei Solofahrt, die er sich gerne mal anhören wollte. Also haben wir nach der Vorführung die Presse abgehängt und einige Runden gedreht.

Am nächsten Morgen hatten wir dann eine weitere Vorführung - bei einem anderen Krone BiG Pack Besitzer. Er besitzt zwei topgepflegte Krone BiG Pack 1290 HDP, aus 2007 und 2008, und er kümmert sich vorbildlich um seine Maschinen. Und wenn er mal ein Problemchen hat, dann sucht er so lange nach einer Lösung, bis das Problemchen garantiert nicht mehr auftreten kann. Bei ihm haben wir einerseits vorgeführt, um ihm den aktuellen Stand der Technik zu zeigen, und andererseits, weil er sich sehr für das Harvest Tec Feuchtemesssystem interessiert. Das Feld auf dem wir vorgeführt haben, war dazu perfekt geeignet. Starker Wiederaufwuchs, der auf dem Terminal von Harvest Tec des öfteren einen Balken mit 24 - 32% Feuchtigkeit empor schnellen ließ. Und das Verrückte war, genau diese Stellen konnte man anschließend auch mit dem Feuchtigkeitsmesser finden. Das System funktioniert also sehr sehr gut - machte unseren Kunden aber auch etwas nervös. Denn diese feuchten Stellen können sich so stark erwärmen, dass dadurch schon ganze Heulagerhallen abgebrannt sind. Das Problem liegt darin, dass man diese Stellen ohne eine kontinuierliche Messung leider selten findet.

Auf diesen Fotos kann man auch die Unterschiede auf dem Feld erkennen. Braune Flächen und grüne Flächen wechseln sich ab. Und auch in einigen Ballen konnte man grüne Spots erkennen.

Hier mal ein Bild von dem Harvest Tec Bildschirm. Hier ist er im manuellen Modus, da wir nur die Feuchtigkeitsmesseinrichtung nutzen, und nicht mit der Dosieranlage arbeiten. Oben links sieht man einen Graphen, der die letzten 90 Sekunden des Messens darstellt. Jeder Balken darin steht für 3 Sekunden Messen. Gemessen wird mittels Sternrädern der Widerstand quer durch den ganzen Ballen. Rechts daneben steht LO% - ab 6% steht dort der aktuelle Messwert.
Unten links sieht man dann 'Last Bale'. Dieser Wert gibt die durchschnittliche Feuchtigkeit des letzten Ballen an. Wenn man dem Computer dann noch mitteilt, wie schwer die Ballen sind, zeigt er einem auch noch weitere Daten wie die Tonnage an.
Hier sieht man übrigens die beiden Pressen vom Kunden, die er problemlos mit einem Case Puma 165 mit 145 Zapfwellen PS betreibt. Auf diesen Flächen funktioniert das bestens, sobald man jedoch in bergiges Gelände kommt, benötigt man etwas mehr Leistung.

Nach dieser Vorführung hatten wir am Abend dann noch eine weitere bei einem Kunden, der derzeit für sein Dairy (Milchbetrieb) noch mit drei eigenen Freeman Selbstfahrern arbeitet. Ein Bild dieser Maschinen möchte ich euch auch nicht vorenthalten.

Auch hier war man von der Krone Technik begeistert - zumal der Unterschied von dem Freeman Selbstfahrer auf eine BiG Pack HDP ja fast so ein Sprung wie vom Mittelalter in die Neuzeit ist.

Freitag Abend habe ich dann bei einem weiteren Dairy vorgeführt, wo man derzeit mit zwei Hesston 4910 arbeitet, und auch hier war die Begeisterung wieder sehr groß. Aufgrund der kleinen Schwade mussten wir mit 12-13 mp/h pressen, wobei wir da immer noch zu viele Futterpakete im Ballen hatten. Man hätte eigentlich noch schneller fahren können. Die Hesston Pressen fuhren mit etwas mehr als halber Geschwindigkeit über das Feld. Dem Sohn des Kunden, der den ganzen Abend gepresst hat, war die Freude und Begeisterung bei der Arbeit regelrecht anzusehen. Und auch hier waren die Ballen wieder 1A. Hoffentlich waren sie für die dortige Bergetechnik nicht zu schwer.

So viel zur letzten Woche!

Nächste Woche werde ich weiter nordwärts ziehen, und dann im Gebiet des Pioneer Equipment Standortes Turlock sein. Bis dahin wünsche ich alles Gute!

Gruß Niklas

Montag, 17. Mai 2010

Kings County - here we come!

Moin moin,

nachdem ich letzte Woche Freitag die Gegend um Bakersfield verlassen habe, bin ich jetzt weiter nördlich auf der Höhe von Tulare - im Kings County. Genauer gesagt in Corcoran. Die Vorführungen finden jetzt auch wieder mit dem JCB statt, was das Ganze deutlich komfortabler für mich macht. Nachdem ich Freitag sowohl den Traktor mit Presse als auch den Pick Up Truck mit Anhänger umgesetzt hatte, nutzte ich Abends direkt die Gelegenheit, bei dem Kunden, bei dem heute eine Demo vorgesehen war, mit zu pressen. Er war mit seinen drei Hesston Pressen im Feld, und ich habe beim Probepressen alle Einstellungen überprüft. Schließlich ist der JCB doch etwas höher an der Kupplung, und somit musste die Pick Up und - wie sich später herausstellte auch die Position der Zugöse an der Presse - neu eingestellt werden. Aber nachdem wir die Öse ein Loch höher gesetzt hatten, war die Arbeit der Pick Up auch wieder zufriedenstellend.
Ich bin Freitagabend und Samstag in der Kolonne mitgefahren, und hatte somit eine tolle Gelegenheit, verschiedene Einstellungen und Geschwindigkeiten auszuprobieren.


Nachdem ich zuerst mit ungefähr gleicher Geschwindigkeit wie die Hesston Pressen und den ungefähr gleichen Daten gepresst hatte - 50 Futterpakete per Ballen, 2,4 Meter Ballen und 8-9 mp/h - stellte sich sehr schnell heraus, dass ich deutlich mehr Pressdichte erzeugt habe. Leider konnte ich diese Ballen am nächsten Morgen nicht mehr wiegen, da die Ballensammelwagen schneller waren.

Aber auf diesem Bild sieht man sehr schön das Ergebnis: Die Reihe in der Mitte mit den 6 Ballen gehört zur Hesston Presse. Die Reihe links daneben mit den hier sichtbaren 2 Ballen - ein Dritter ist dann auf dem Vorgewende "abgefallen"- habe ich mit der Krone Presse gepresst. Und das bei gerade mal 65% Presskraft. Ich habe dann langsam die Geschwindigkeit gesteigert, bis ich bei ca. 13 mp/h angekommen bin. Immer im Auge die Ballen der Hesston Pressen. Das Schöne ist, wenn man nebeneinander fährt, sieht man immer direkt, wo die Ballendichten ungefähr liegen. Dieses grobe Abschätzen geschieht wie folgt: Ich nehme einen Ballen der Hesston, den ich passiere, zum Startpunkt, und gucke in dem Moment auf meinen Ballenfortschritt - z.B. 70 inch. Dann fahre ich weiter und wenn ich den nächsten Ballen der Hesston passiere, gucke ich wieder auf meinen Ballenfortschritt meines nächsten Ballens. Zeigt er jetzt nur 50 inch an, weiß ich, dass ich bei 96 inch Ballenlänge fast 20% mehr Material gepresst habe, als die Hesston. Dieses Verhältnis lag ungefähr bei 11 -12 mp/h im Gegensatz zur ca. 9mp/h schnellen Hesston Presse.
Ich habe dann im Anschluss an das Pressen mal schnell ein paar Ballen gewogen, und heraus kam folgendes Ergebnis:

Die zehn gewogenen Ballen der Hesston Pressen lagen bei folgenden Werten:
640 kg, 701 kg, 606 kg, 639 kg, 637 kg, 619 kg, 626 kg, 710 kg, 692 kg, 657 kg
Durchschnitt: 652,7 kg / Ballen

Die zehn gewogenen Krone BiG Pack 1290 HDP Ballen lagen bei folgenden Werten:
855 kg, 808 kg, 845 kg, 844 kg, 835 kg, 777 kg, 820 kg, 835 kg, 837 kg, 896 kg
Durchschnitt: 835,2 kg / Ballen

Die Ballen lagen unmittelbar nebeneinander im Feld. Die Bedingungen, was Feuchte angeht, dürften also in etwa gleich gewesen sein. Und wie gesagt, ich war ca. 2-3 mp/h schneller unterwegs und habe somit deutlich weniger Schichten im Ballen - es wäre also noch mehr Gewicht drin gewesen. Das Alfalfa-Heu hatte ungefähr 9-11% Feuchtigkeit (variierte je nach Position auf dem Feld)

Hier noch mal ein Bild - wieder links die Krone Ballen mit dem grünen HDP-Garn, und rechts die Hesston Ballen mit dem weißen Garn. Auch die Ballensammelwagen hatten schwer zu schleppen, wobei man schon beim Aufladen auf dem Feld hören und sehen konnte, um welche Ballensorte es sich handelte. Die Krone Ballen waren wie Briketts, und blieben beim Anheben sehr formstabil, und knallten beim Ablegen richtig auf den Tisch. Die Hesston Ballen waren beim Anheben instabiler, und bei weitem nicht so laut beim Ablegen.

So viel zum Pressen - und was kommt danach?
Auch wenn es nicht direkt mit der Presse zu tun hat, möchte ich euch einen kurzen Überblick über das weitere Treiben am Feld geben. Die Regel lautet, je schneller bewässert wird, desto schneller kann wieder gemäht werden. 21 Tage ist hier ein gängiger Zeitraum zwischen den Schnitten. Um Bewässern zu können, werden als erstes die Dämme zwischen den Parzellen erneuert.


Anschließend werden mit dem Grader die Feldränder wieder schön gemacht, so dass auch hier wieder saubere Wälle mit einer kleinen Rinne an der Sohle entstehen.

Danach kommen dann die Pumpen und sobald die anderen Maschinen fertig sind, geht die eigentliche Bewässerung auch schon los.


Das Feld wird einmal kurz geflutet, somit kurzfristig in einen See verwandelt, bevor das Wasser dann auf der anderen Seite wieder abfließt.



Die Reste werden dann noch mit einer kleinen Pumpe wieder aus den Rinnen abgepumpt, und dann kann man ungefähr 15 Tage das weiche, sumpfige Feld nicht betreten, bevor dann nach ca. 20 Tagen das nächste Mähen ansteht.
Und wer jetzt anhand der Fotos glaubt, das Wetter ist hier immer bestens - ja, am Wochenende hatten wir bis 35°C - pünktlich zur angedachten Demonstration heute morgen dann Regen bei kühlen 20 °C.
Somit sind wir mal wieder mindestens 2 Tage ausgebremst. Irgendwie ist es dieses Jahr schon echt verrückt hier. Hoffentlich wird es morgen wieder schön warm, dass wir evtl. morgen Abend wieder pressen können. Bis dahin wünsche ich alles Gute!

Gruß Niklas

Mittwoch, 12. Mai 2010

Bakersfield - Und weil es so schön war, gleich noch einmal!

Moin moin,

Gestern Abend hatten wir dann die nächste Vorführung hier in Bakersfield. Gegen 19:30 Uhr haben wir uns am Feld getroffen, wo wir schon nachmittags die Maschinen hin gebracht hatten, um dann mit der langsam aufziehenden Feuchtigkeit das Alfalfa Heu im rechten Moment zu Pressen. Unser Kunde war ebenfalls mit seiner schon sehr in die Jahre gekommenen Hesston Presse im Feld, so dass wir die Ballen direkt vergleichen konnten.
Da die Sonne jedoch zu dieser Uhrzeit schon ziemlich weit Richtung Horizont gesunken war, kann ich euch heute wenig Fotos zeigen.

Als wir schließlich angefangen haben, war sie dann bereits komplett unter gegangen. Der Kunde wünschte schwere Ballen, wobei er sich beim Start wohl noch nicht so ganz vorstellen konnte, was bei Krone "schwer" bedeutet. Wir haben 2,4 Meter lange Ballen gepresst, hatten ca. 13% Feuchtigkeit, und kamen sehr schnell bei 1780 lbs raus. Unser Kunde war erst einmal sehr erstaunt, da seine Hesston Presse unter gleichen Bedingungen, jedoch mit 6 mph anstelle von 8 mph Fahrgeschwindigkeit nur 1100 lbs Ballen erzeugt hat. Er hatte sich vorgestellt, dass "schwer" so bei 1250 lbs läge. Recht nervös hat er erst einmal seinen Ballensammelwagen Fahrer angerufen, ob er die Ballen mit dem Gewicht wohl aus dem Feld bekommen würde. Als von der Seite das OK kam, haben wir dann munter weiter gepresst. Allerdings haben wir die Presskraft von anfänglichen 85% doch auf 70% zurück genommen, und die Geschwindigkeit noch erhöht, um auch so etwas weniger Gewicht zu machen. Diese Maßnahmen haben sich jedoch ziemlich mit der einsetzenden Feuchtigkeit aufgehoben, so dass wir am Ende bei 70% Presskraft und 9 mph immer noch auf 1750 lbs Ballengewicht kamen. Auch traute sich unser Kunde nicht wirklich, schneller als 9 mph zu fahren, da er von seiner Hesston Presse nicht mehr als 6 mph gewohnt ist. Das einstimmige Ergebnis unserer mit nur 21 Ballen leider sehr kurz ausgefallen Demo war jedoch Begeisterung für das KRONE Produkt. Wir hätten gerne noch mehr gepresst, nur war das das derzeit einzige Feld für Großballen, da zu dieser Jahreszeit in dieser Region ehr kleine Hochdruckballen gepresst werden.

Im anschließenden Gespräch wurde vom Kunden immer wieder das Schluckvermögen, die sauber arbeitende Pick Up sowie der ruhige Lauf der ganzen Maschine besonders hervorgehoben. Auch die akkurate Ballenform und die einfache Bedienung der Presse wurden sehr gelobt.

Für uns als Fazit: Gelungene Demo!

Gruß Niklas

Samstag, 8. Mai 2010

Bakersfield - Und es geht weiter!

Moin moin,

letzte Woche Freitag hatten wir die zweite Vorführung - diesmal in der Nähe von Wasco etwas nord-westlich von Bakersfield. Gepresst haben wir Alfalfa Heu. Der Kunde, der in der Vergangenheit schon mal eine BiG Pack 128 hatte, war sehr gespannt auf die HDP-Presse. Er wollte gerne einerseits möglichst schwere Ballen sehen, aber nur einige, da er Bedenken hatte, dass sein New Holland Ballensammelwagen diese nicht geladen bekommt, und dann welche mit ca. 1400 lbs (635kg).
Im gleichen Feld fuhren auch seine beiden John Deere Traktoren mit New Holland Großpackenpressen - einmal eine BB960 und einmal eine New Holland BB960A.
Wir haben dann erst einmal mit den schweren Ballen angefangen, und direkt einen Ballen mit 2065 lbs (936kg) bei 96 inch (2,4 Meter) Länge gepresst. Der Ordnung halber sei ergänzt, dass dieser Ballen mit 16% an der Obergrenze der möglichen Feuchtigkeit war. Andererseits waren wir aber noch nicht an der Obergrenze der Presskraft. Es wäre also noch etwas mehr gegangen, aber wir haben nach diesem Ballen sehr schnell die Presskraft zurückgenommen, und uns langsam den 1400 lbs (635 kg) Ballen angenähert. Das Material trocknete dann auch recht schnell, so dass wir 1450 bis 1550 lbs (657 bis 680 kg) schwere Ballen bei ca. 10-12 % Feuchtigkeit gepresst haben - genau so, wie der Kunde es wünschte.

Leider waren die Schwade sehr klein, und das Feld sehr uneben, so dass wir die nötige Geschwindigkeit für durchgehend 1400 lbs nicht erreichen konnten. 12 mph war das Maximum, bei dem man auf dem ungefederten Case Traktor noch auf dem Sitz blieb. Nicht selten waren teilweise gleich mehrere Räder vom Traktor in der Luft. Geschwindigkeitsmäßig wäre noch deutlich mehr drin gewesen, da teilweise bei 10 mph das VFS (Variable Füll System = Vorkammer) nicht ausgelöst hat, und der Kolben ohne neues Pressmaterial zurück gefahren ist.

Mit unserem kleinen Wiegetraktor sind wir ja recht flexibel, deshalb haben wir es uns nicht nehmen lassen, auch mal die Ballen der New Holland Pressen zu wiegen. 1365 lbs zeigte uns die Waage. Allerdings waren die NH-Pressen mit ca. halber Geschwindigkeit im Vergleich zur BiG Pack im Feld unterwegs. Somit wird dieses Gewicht das maximal mögliche darstellen, während wir zu diesem Zeitpunkt mit ca. 35 - 40% Presskraft mit doppelter Geschwindigkeit arbeiteten.


Nach der Vorführung erzählte uns der Kunde völlig begeistert, wie ruhig er den Lauf der Presse empfunden hat, und wie gut ihm die Arbeit der ungesteuerten PickUp EasyFlow gefallen hat. Punkte, die wir eigentlich bisher nach jeder Vorführung gehört haben. Die Ballenform hat er mit den Worten "perfect baleshape" also "perfekte Ballenform" beschrieben. Auch die permanente Information über Feuchtigkeit durch das Harvest Tec System hat ihm sehr gut gefallen. Dazu muss ich sagen, dass wir zwischendurch auf dem Feld den Standort gewechselt haben, weil wir sofort informiert wurden, dass die dickeren Schwade noch etwas zu feucht waren.
Und dass unsere Ballen in einer anderen Liga spielen, hat dann auch gleich der Ballensammelwagen bewiesen. Die Befürchtungen unseres Kunden haben sich bestätigt.
Der vordere Tisch blieb nach wenigen Zentimetern Hubweg einfach stehen. Ein Aufstellen der beiden Krone Ballen war nicht mehr möglich. Auch Tricks wie rückwärts fahren und beim Aufstellen starkes Abbremsen hat nicht geholfen. Die einzig mögliche Lösung war das Aufnehmen nur eines Ballens.
Nach der Demonstration haben wir noch lange an der Maschine gestanden, und ich habe dem interessierten Kunden viele Fragen beantwortet. Dass die Maschine fast ohne Scherbolzen auskommt (Ausnahme bildet die Nadelschwinge) und dass alles über großdimensionierte Rutsch-Kupplungen abgesichert ist, gefiel ihm ebenso wie die Tatsache, dass alle wichtigen Schmierpunkte an der Zentralschmieranlage angeschlossen sind. Auch die vielen Funktionen des Terminals, die über das eigentliche Pressen hinausgehen, wie Sensortest, Funktionsprüfung der Ventile etc. haben ihn begeistert. Zuletzt habe ich ihm noch gezeigt, wie man bei Krone die beiden letzten Ballen hydraulisch aus dem Presskanal ausschiebt. Dieses einfache System ohne dreckige Finger und große Anstrengungen hat ihm dann noch mal sehr imponiert.

Soviel zu dieser sehr erfolgreichen Vorführung.

Mehr dann demnächst!

Gruß Niklas

PS: Ein Bild, wie man hier kleine Hochdruckballen presst, habe ich noch! Die Presse ist mit einem eigenen Motor ausgestattet, und wird von einem Pick Up Truck gezogen.