Sonntag, 25. Juli 2010

Washington - Jetzt kommen wir!

Moin moin,

Die letzten 10 Tage hatten wir einige sehr gute Vorführungen in der Gegend um Sunnyside. Unser Händler "Farmers Equipment Company" und vor allem unser Salesman Kirk Oswalt hat bisher einen sehr guten Job gemacht, und viele Interessenten eingeladen, unsere Presse im Feld zu sehen. Bei jeder Demo waren mehrere Interessenten anwesend, und wir haben eigentlich durchweg ein sehr großes Interesse vernommen, und des öfteren in sehr erstaunte Gesichter geblickt.



Da war z.B. die Demo, bei der wir gegen eine 4x4 foot Presse eines großen Mitwettbewerbers aus den USA angetreten sind. Nachdem wir beide ein paar Ballen gepresst hatten - ich mal wieder im Eilgang und deutlich schneller als die Hesston - haben wir ein paar Ballen gewogen, und siehe da - der Kunde konnte es kaum glauben - der 3x4 ft Krone HDP Ballen war ganze 40 lbs (ca. 20kg)  schwerer als der 4x4 ft Hesston Ballen. (Beide 96 inch oder 2,4 Meter lang). Nach der zweiten Wiegung hat er es dann aber auch geglaubt.


Dann hatten wir die andere Demo, bei der ich gegen zwei New Holland Pressen gepresst habe. Da der Kunde gerne den Harvest Tec Applicator benutzen wollte, mussten wir den Tank auf der Presse erst noch auffüllen. Da die Befüllung mit Überdruck im Fass jedoch nicht klappen wollte, musste erst ein Stapler her, und so verging eine gute halbe Stunde, bis wir endlich fertig waren. Dann haben wir ca. 2 Stunden gepresst, und am Ende hatte ich 78 Ballen auf dem Zähler - seine beiden New Holland Pressen haben jeweils in ca. 2,5 Stunden nur 68 Ballen geschafft. Am nächsten Morgen haben wir dann einige Ballen gewogen, und meine Ballen lagen in einem Bereich von 1750 - 1850 lbs. Die New Holland Ballen hatten gerade mal 1250 lbs max. Etwas verdutzt hat der Kunde dann jedoch geguckt, als ein Ballen mit 2165 lbs aus einer etwas feuchteren Ecke des Feldes auftauchte. Auch staunte er nicht schlecht, als er die Ballen mit seinem Ballensammelwagen eingesammelt hat. Mit 12 Ballen auf dem Anhänger hat sein Traktor erst während der Fahrt den Bodenkontakt an der Vorderachse verloren, und dann beim Absetzen des Stapels kurzzeitig die Hinterachse etliche cm in die Luft gehoben. Wir haben darus hin die Presskraft auf 55% reduziert. Somit bade ich dann die gewünschten 1600 lbs Ballen gepresst.


Ich habe mich lange mit dem Kunden unterhalten, und wir haben sehr schnell herausgefunden, dass er mit zwei Krone Pressen schneller und effizienter arbeitet, als mit seinen jetzigen drei New Holland Pressen. Mit der Krone HDP ist er mehr als 30% produktiver, und kann somit ein ganzes Gespann einsparen. Somit verringern sich seine Lohnkosten, seine Dieselkosten, seine Handlingkosten, und natürlich braucht er auch weniger Garn. Nach dem Aufstapeln zeigte er mir ganz stolz, dass sechs Lagen Krone Ballen wie eine eins übereinander stehen....


....während sich seine Case / New Holland Ballen aneinander anlehnen, und leicht zur Seite wegkippen.



Das wiederum macht alle weiteren Arbeitsschritte sehr schwierig, da er die Ballen alle noch mal neu ausrichten muss, bevor er sie verladen kann.


Dann war da der Kunde, für den wir Hafer gepresst haben (oat-hay). Zwar war unser Ballen "nur" 50 lbs schwerer, als der Ballen der New Holland Presse, aber dass mit nur 45% Presskraft. Das Problem bei Hafer ist, dass aufgrund der Materialbeschaffenheit einfach kaum mehr Gewicht zu erzielen ist. Das starke Krone HDP Garn ist in diesem Material bis an seine Grenzen belastet. Es ist nicht mehr möglich, irgendwo einen Finger unter das Garn zu bringen, so stramm ist es gespannt. Die Ballen sind damit natürlich sehr formschön und fest wie Holzklötze. Sehr widerspenstig ist Hafer auch, wenn es darum geht, den Weg in die Presse zu finden - zumindest bei Pressen mit einer Pick-Up ohne Rollenniederhalter. Bei der KRONE HDP war es hingegen kein Problem, und ich konnte mit fast doppelter Geschwindigkeit fahren. Beim Wettbewerb sah es da hingegen anders aus. Permanent hat die Pick Up erst das Material geschoben, und dann den ganzen Happen auf einmal genommen. Das war dann allerdings der Presse zu viel....


Auch war das Ergebnis unter diesen sehr trockenen - ja eigentlich zu trockenen Bedingungen sehr interessant. Am Ende gab es sehr viel "Bananen" - also zu allen Seiten gebogene Ballen - im Feld, und dann quadratische Blöcke, ohne irgend eine Biegung, gebunden mit grünem Krone HDP Garn. Auch dieser Kunde war von unserem Produkt sehr angetan.

Also, wie ihr seht, gibt es eigentlich nichts Negatives zu berichten. Wir fahren von einer guten Vorführung zur nächsten, genießen dabei die tolle Landschaft rechts und links des Columbia River, und es macht im Moment eigentlich richtig viel Spass.

Und hier wieder ein paar Fakten der letzten 10 Tage:

Meinen Rekord bzgl. des schwersten Ballens habe ich auf 2165 lbs (2,4 Meter Ballen) angehoben.

Ich habe eine 4x4 foot Presse um 40 lbs geschlagen

Ich habe mit meinem JCB die 5000 Meilen geknackt

Und seit Anfang April habe ich mehr als 280 Stunden im JCB verbracht

So viel für den Moment! Ich halte euch auf dem Laufenden, auch wenn es mal etwas länger dauert. Aber die Tage sind lang, und meine Woche hat derzeit sieben Arbeitstage.

Gruß Niklas

Mittwoch, 14. Juli 2010

Im Eilgang durch Oregon

Moin moin,

Nachdem ich vor gerade mal 10 Tagen Nevada verlassen habe, bin ich jetzt schon in Washington. In Oregon hatten wir zwar schon sechs sehr erfolgreiche Vorführungen, da sich unsere potentiellen Kunden dort jedoch gerade genau zwischen zwei Schnitten befinden – dem ungewöhnlich kühlen und regnerischen Wetter sei Dank – haben wir beschlossen, erst einmal nach Washington zu fahren, und dann auf dem Rückweg noch einmal zurück nach Oregon zu kommen.

Letzte Woche Montag habe ich dann unseren Mitarbeiter Kurt Stone in Alturas, Ca getroffen, und von dort sind wir erst einmal nach Klamath Falls, Or gefahren. Nach einer erfolgreichen Demonstration dort ging es dann weiter Richtung Christmas Valley.

Christmas Valley – ein Name, bei dem man eigentlich sofort an rote Zipfelmützen und lange weiße Bärte sowie Rentiere und Schnee denkt – aber leider, oder besser zum Glück gab es nichts davon. Schon auf der Fahrt dort hin gab es eine abwechslungsreiche Landschaft zu sehen.

Auf dem Highway 97 immer gen Norden habe ich zuerst nördlich von Klamath Falls den Klamath Lake passiert, bevor wir dann wieder in deutlich bewaldetere Gebiete gekommen sind.


Ca 30 Meilen weiter nördlich sind wir dann Richtung Silver Lake abgebogen, und durch ein imposant großes Tal gefahren. Rechts und links des Weges waren etliche Rinder und Büffel auf dem kargen Grasboden zu sehen.
Je weiter wir Richtung Silver Lake kamen, desto mehr wechselte das Landschaftsbild - von dichtem Wald hin zu einer Steppe mit jeder Menge kleinem Buschwerk wie Tumbleweed.
Und auf diesem Bild seht ihr dann "Christmas Valley" - OK, viel gibt es da nicht zu sehen, aber viel gab es da auch nicht. Zwei kleine Hotels - eins mit 10 Zimmern und eins mit 5 Zimmern - sowie zwei Möglichkeiten, etwas zu Essen zu bekommen und eine Tankstelle. Tankstelle ist gut, denn somit strandet man hier wenigstens nicht mangels Benzin/Diesel.
Wer sich jetzt fragt "Wie um alles in der Welt ist in so einer Gegend Landwirtschaft möglich?" - Dem sei gesagt: Die Pivots (Kreisrunde Bewässerung) machen es möglich.
Und genau auf solchen Pivots haben wir dann auch gepresst. Zuerst Alfalfa Heu und später dann noch Triticale Heu. Der Kunde, auf dessen Pivots wir vorgeführt haben, besitzt übrigens zwei Krone BiG Pack 1290 und ist sehr zufrieden mit den beiden Pressen. Von der HDP war er ebenfalls sehr angetan - nicht zuletzt, weil wir ihm einen 2135 lbs (968kg) schweren Ballen gepresst haben - die Standard 1290 hat es immerhin auf 1640 lbs (737kg) gebracht. Beides übrigens bei gleichen Einstellungen von 75% Presskraft (ca. 112bar im Kanal) und annähernd gleicher Geschwindigkeit. (Ich war evtl. 1-2 mph schneller) Die eigentliche Vorführung war dann aber für seinen Nachbarn, der jedoch leider mit seinem ersten Schnitt schon fertig war. Er war besonders Interessiert, wie sich die Presse in Triticale Heu verhält. 1575 lbs (714 kg) zu 1323 lbs (600 kg) war dann zwar nicht mehr so ein großer Unterschied, aber das liegt dann wohl ehr in der Natur der Sache. Die Triticale war mit nur 5% Feuchtigkeit sehr trocken, und wenn man die Ballenform und vor allem die Spannung des Garns betrachtet hat, so war im HDP Ballen doch deutlich mehr Material vorhanden.

Am nächsten Morgen sind wir dann nach Silver Lake, und haben auch dort unsere Presse vorgeführt. Auch hier haben wir wieder auf einem Pivot mit gigantischen Abmessungen gepresst. Immerhin hatte die Bewässerungsanlage 18 Segmente, und der somit beregnete Kreis einen Durchmesser von einer Meile (1600 m) somit kommt man auf eine Fläche von über 200 Hektar.
Hier auch mal eine Aufnahme von oben - der größte Kreis war unsere Demofläche. Leider habe ich dort keine Zeit für Fotos gehabt. Später an dem Tag sind wir dann noch nach Bend gefahren, wo wir das Wochenende - zumindest den Samstag - verbracht haben.

In der näheren Umgebung von Bend gibt es mehrere Vulkane und ausgedehnte Lavafelder, die ich mir dann am Samstag angesehen habe.



Wohlgemerkt - der Ausbruch des Vulkans war nicht etwa gestern, wie man beim Anblick der Lavafelder vermuten könnte, sondern liegt ca. 6000 Jahre zurück. Nur war es den Pflanzen in den letzten 6000 Jahren nicht möglich, die ausgedehnten Flächen wieder zu besiedeln. Heute ist das ganze Areal ein Nationalpark.

Weiter ging es dann am Sonntag Richtung Hermiston am Columbia River - an der Grenze zu Washington.





Montagmorgen hatten wir dort eine Demonstration in "Bluegrass". Leider war es an dem Tag so windig, dass mir teilweise das Material wieder von der Pick Up geflogen ist. Also eigentlich keine optimalen Bedingungen für eine Vorführung. Auch das Material "Bluegrass" hat mir zunächst einige Probleme bereitet. Ich konnte es zwar wunderbar mit voller Presskraft pressen, nur hat das trockene Gras so ein Gedächtnis, dass es sich sofort nach dem verlassen der Presskammer wieder auf das ursprüngliche Maß ausbreiten möchte. Selbst das HDP Garn mit 617 Knotstrength hatte massive Probleme, die Ballen zusammen zu halten. Später dann bei 45% Presskraft ging alles gut, und unsere Ballen waren sogar noch schwerer als die vom Wettbewerb. Der Kunde war ebenfalls wieder sehr angetan von der Presse, und die anfänglich geplatzten Ballen waren schnell vergessen. Und ich habe wieder eine wichtige Lektion gelernt.

Weiter ging es dann Richtung Othello, wo wir gestern bei fast keinem Wind wieder eine richtig gute Demonstration hatten.

Der Kunde und sein Sohn waren sehr interessiert, haben beide die Presse selber gefahren, und wollten alle Features ganz genau erklärt bekommen. Nachdem ich ihnen die Knoterreinigung erklärt hatte, meinten sie spontan, dass sie gerne mal ein oder zwei Ballen oben auf der Presse mitfahren würden. Ich habe also schnell zwei Ballen gepresst. Die beiden kamen mit folgenden Worten von der Presse: "Die Maschine ist ja schon super, aber die Knoterreinigung ist das absolut genialste, was ich je gesehen habe!"  Beide haben viel Erfahrung mit dem Konkurrenzprodukt und dem dort verbauten "Lüfter". Ihrer Aussage nach ist das Gebläse nicht in der lage, die wichtigen Punkte am Knoter zu reinigen, und somit kommt es immer wieder zu Knoterproblemen. George Kilbride, der zufällig auch in der Gegend war, konnte dieses dann noch mit den Erfahrungen eines anderen Kunden untermauern. Dieser hat gerade wieder etliche Paletten Krone Garn gekauft, und berichtet, dass er mit seiner Krone Presse und Krone Garn jetzt 15000 Ballen ohne irgendein Knoterproblem gepresst hat. Bei seinen anderen beiden Hesston Pressen sind die Probleme mit dem Einsatz des Krone Garns zwar auch deutlich weniger geworden, aber ab und an verweigern die Knoter nach wie vor ihren Dienst.

So viel für den Moment. Hier noch ein paar Zahlen der letzten 10 Tage:
Schwerster Ballen in Alfalfa Heu (96inch lang) 2135 lbs
Gefahrene Meilen (JCB): 705 (in Ca, Or und Wa)
Gepresste Ballen: 311
Demos : 5

Bis die Tage!
Grüße aus Washington
Niklas


Sonntag, 4. Juli 2010

Nevada adè - Oregon, ich komme!

Moin moin,

die letzten Wochen waren sehr anstrengend, aber auch sehr erfolgreich. Nach Fishlake Valley waren wir in Fallon, Susanneville CA, Lovelock und nördlich von Winnemucca. Alles in allem habe ich in Nevada 1790 Meilen auf der Straße zurückgelegt. Wir haben in 15 Vorführungen mehr als 54 interessierten Kunden unsere Presse zeigen können. Von leichten Ballen (1200-1400 lbs) bis hin zu schweren Ballen mit 1985 lbs habe ich alles gepresst.
Unser Händler Dan Smith aus Wellington, Smith Valley, NV hatte im Vorfeld sehr gute Arbeit geleistet, so dass wir bei vielen interessanten Kunden die BiG Pack konnten. Einige haben leider gerade letztes Jahr eine neue Presse des Wettbewerbers gekauft, waren aber von der Krone BiG Pack so angetan, dass sie ihre Entscheidung bereits bereut haben, und uns versprochen haben, dass beim nächsten Wechsel etwas Grün-Beiges angeschafft wird. Lassen wir uns überraschen.

Andere Kunden waren verärgert, da ihr Konkurrenzprodukt gerade zum wiederholten mal an der Zugstrebe zu den Nadeln auseinander gebrochen ist, und der Händler die Teile natürlich nicht unter einer Woche besorgen kann - auch diese Kunden waren sehr angetan von der Presse, und haben uns versprochen, schnellstmöglich zu wechseln. Lassen wir uns auch hier überraschen!



Als Fazit zu Nevada kann ich eigentlich nur folgendes sagen:
Die Bedingungen, unter denen hier Heu angebaut wird, und unter denen gepresst wird, sind schon sehr taff. Meistens haben wir morgens noch vor Sonnenaufgang so gegen 3 Uhr oder aber abends mit der erstens aufziehenden Feuchtigkeit so gegen 23 Uhr begonnen. Nicht selten auch zu beiden Zeiten. Alle, die die Presse im Feld gesehen haben, waren von ihrer Arbeit sehr begeistert. Qualitativ hochwertige Ballen mit einer tollen gleichmäßigen Form und hohen Gewichten, sowie höhere Fahrgeschwindigkeiten gegenüber dem Wettbewerb haben die höhere Produktivität dieser Presse sehr überzeugend dargestellt. Die solide Bauweise und die vielen serienmäßigen Features wie kurvenbahnlose Pick Up EasyFlow und Zentralschmieranlage sowie eine gefederte, gelenkte und gebremste Tandemachse sind Argumente, die sehr schnell überzeugen. Auch die Tatsache, dass wir bei Krone weitestgehend auf Ketten und Scherbolzen verzichten, und deutlich solidere Bauteile wie Antriebswellen, Getriebe und Rutsch- bzw. Nockenkupplungen verwenden, erfreut die technikbegeisterten Kunden immer wieder. Eine gute Erreichbarkeit aller Bauteile im Falle einer Wartung / Reparatur sowie klappbare Garnkästen überzeugen nicht nur alle, die selber an ihrer Presse arbeiten. Zusammen mit dem JCB ergibt sich ein Super-Vorführgespann, das kaum Wünsche offen lässt.

Nachdem ich letzten Mittwoch Nevada verlassen habe, bin ich jetzt derzeit in Alturas CA, und werde ab nächster Woche in Oregon vorführen.

So viel für den Moment!

Gruß Niklas

Donnerstag, 24. Juni 2010

Die Wüste ruft - über einen Trip nach Fishlake Valley!

Moin moin,

Anfang dieser Woche hatte ich meinen ersten Trip mit einem Traktor und einer Großpackenpresse durch die Wüste. Mein Ziel: Dyer, Fishlake Valley. Gestartet sind wir Montagmorgen um 3 Uhr - noch schnell eine Demo im Smith Valley in der Nähe von Wellington, und dann gegen 10 Uhr ging es Richtung Yerington. Dort haben wir den Dieseltank noch einmal richtig voll gemacht, bevor dann eine ca. 200 Meilen mehr oder weniger besiedelte Strecke vor uns lag. Zuerst ging es entlang des Walker River Richtung Walker Lake, einem abflusslosen See in der Wüste, der in den letzten 10000 Jahren stetig kleiner geworden ist, und derzeit nach einem neuen Dammbauprojekt im Indianer-Reservoire noch schneller schrumpft als je zuvor.


Am Südufer des Walker Lake schließt sich das riesige Militärgelände um Hawthorne an, in dem schon im zweiten Weltkrieg Munition hergestellt und gelagert wurde.

Das Gelände ist einfach gigantisch - so weit das Auge reicht sind überall Gebäude und unterirdische Lagerstätten im Wüstensand. Nach einem kurzen Zwischenstopp zur Lunchtime in Hawthorne begann dann die richtige Wüste. Das Schild am Wegesrand hat einem noch schnell mitgeteilt, dass es "No Service the next 78 miles" gibt, und somit konnte das Abenteuer beginnen.


Den Wegesrand säumen einige verlassene oder teilweise noch bewohnte, aber nicht mehr aktive Minen.

Auch ausgetrocknete Seen, die sich nur nach anhand der unbewachsenen Salzkrusten auszumachen sind, sind immer wieder rechts und links des Weges zu sehen. Da dem JCB beim Erklimmen von Bergen immer wieder mal recht warm wird, ich jedoch auch nur ungern komplett auf Klimaanlage und Lüftung verzichte, ziehe ich es vor, immer mal wieder anzuhalten, und ihm eine kleine Verschnaufpause zu gönnen.
Somit habe ich auch die Gelegenheit, einige Fotos zu machen.

Nach einigen weiteren kleineren bergauf- und bergab Passagen erreiche ich dann nach ca. 200 gefahrenen Meilen das Fishlake Valley. Ach ja, so sieht es am nördlichen Ende mit Blick ins Valley aus.
Wie ihr seht, seht ihr nix!
Der erste Eindruck, dass dort nicht unbedingt viel los ist, bestätigt sich dann auch auf den nächsten Meilen. Immerhin sehe ich einige Pivots rechts und links des Weges, die sich am besten auf einem Ausschnitt von Google Maps zeigen lassen...

... Und schließlich erreiche ich auch Dyer, das Zentrum des Lebens im Valley.
Neben dem "Esmeralda Market" gibt es noch einen RV Stellplatz, und einige weitere Gebäude sowie ein Restaurant. That's it. Kein Hotel, und keine weiteren Einkaufsmöglichkeiten im 200 Meilen Umkreis. Immerhin hat es schon ein Sendemast von at&t, dem amerikanischen Handynetzbetreiber hierher geschafft. Somit kann man wenigstens telefonieren. Wir haben glücklicherweise eine Unterkunft bei einem unserer Kunden, der uns ein kleines Haus auf seiner Ranch zur Verfügung stellt. Auch lädt er uns abends zum Dinner ein, das seine Frau vorzüglich für uns gekocht hat.

Um 21:30 Uhr beenden wir dann den 18,5 Stunden Tag, da es schon am nächsten Morgen wieder um 3 Uhr weitergeht. Denn gepresst wird in diesen Regionen vorzugsweise Nachts. Und wir kommen keinen Tag zu früh - am südlichen Ende des Tals sind noch zwei Pivots zu pressen - der Rest der Ernte ist schon eingefahren, und in wenigen Tagen wird nach nur 21 Tagen Wachstum der erste Pivot am nördlichen Ende des Valleys wieder gemäht. Der Kunde, bei dem wir die Nacht verbringen, bewirtschaftet mit seinen sechs Freeman Balern 48 Pivots.

Am nächsten Morgen geht es pünktlich los, und mit dem ersten Licht ist bereits ein Großteil des Pivots gepresst. Die Krone BiG Pack zeigt sich auch hier in der Wüste mal wieder von ihrer besten Seite. Wir sind schneller als die Freeman, und der Kunde ist sehr beeindruckt. Er möchte zwar nur 1300 lbs Ballen haben, so dass der Gewichtsvorteil nicht richtig zur Geltung kommt, aber wir sind somit in der Lage, die Presse bei nur 25-30% Presskraft zu fahren. In den doch recht großen Schwaden fährt der Kunde die Presse drei mal dicht, ist jedoch auch beeindruckt, wie sich das VFS System selber wieder reinigt. Etwas weniger Drehzahl, wenige Zyklen der Nockenkupplung, und schon geht es weiter.



Hier sieht man schön die Geschwindigkeitsunterschiede - die linke Freeman Presse holen wir spielend ein, obwohl wir zuvor noch deutlich zurück liegen. Nach der Demo geht es dann zu einem Nachbarn, bei dem dann auch andere Interessenten aus dem Tal zusehen. Im Anschluss pressen wir noch auf dem anderen Pivot, und dort sind dann schwere Ballen gefordert. Ich mache einige 1880 lbs schwere 8 ft Ballen, und erkläre auf dieser Fläche insgesamt acht weiteren Interessenten (teilweise Fahrer, teilweise weitere potentielle Kunden) die Presse. Zum Abschluss soll ich noch einen meiner Ballen erneut aufpressen, da der Kunde sehr interessiert ist, wie die Presse sich dabei schlägt. Als kleine Herausforderung darf ich die Waage nicht zum Ausbreiten des Ballens benutzen. Es kostet etwas Mühe, mit dem Traktor über den 1800 lbs Ballen zu kommen, aber die Presse macht einen sehr guten Job. Langsam frisst sie den ganzen Ballen ohne zurücksetzen komplett in sich hinein, und es bleibt fast nichts auf dem Feld zurück. Auch diese Vorstellung hat überzeugt. Gegen Mittag haben wir somit sechs verschiedenen Kunden unser Produkt in verschiedenen Bedingungen (kleine Schwade, große Schwade, leichte Ballen, schwere Ballen) zeigen können.

Wir machen uns auf den Rückweg Richtung Fallon, NV - ca. 200 Meilen nördlich - und kommen dort gegen 18:30 Uhr an. Nachdem wir mehrere Hotels angesteuert haben, finden wir auch endlich eins, dass noch Zimmer frei hat, und nach einem Abendessen beende ich auch diesen Tag wieder gegen 21 Uhr nach 18 Stunden. Und dreimal dürft ihr raten, wann es am folgenden Tag weiter geht.
Richtig, um 3 Uhr!
Auch in Fallon haben wir wieder mehrere Kunden, die die Presse sehen wollen.

Als die Sonne gegen 5 Uhr aufgeht, ist das erste Feld bereits Geschichte, und wir wechseln zum nächsten. Gegen 6 Uhr kommen dann auch die anderen Kunden, und ich erkläre wieder jedem die Presse, den Traktor, doch hier wagt sich keiner so wirklich ans Steuer.
Dafür sind alle nach der Vorführung umso interessierter, als Dan Smith und ich die ganzen Features erklären.


Auch der Fahrer des Ballensammelwagens bestätigt mir, dass er selten zuvor so schöne gleichmäßig lange und solide Ballen gesehen hat - jedoch durften wir auch hier wieder nur zwischen 1300 und 1400 lbs pressen.




Im Anschluss an die Demo ging es dann wieder zurück nach Reno. Morgen werden wir dann in Susanville, CA vorführen bevor es dann Ende nächster Woche weiter Richtung Oregon geht!


So far!


Gruß Niklas